Antifaschisten wollen Rechtsextreme am Sammelpunkt blockieren. Sechs Protestveranstaltungen
Von Theo Schneider
Rechte »Kameradschaftler« und die NPD wollen am Samstag in Berlin wieder einmal für ein »nationales Jugendzentrum« marschieren. Waren die Neonazis in den Vorjahren immer durch den Stadtteil Treptow-Köpenick gezogen, steht dieses Mal der Bezirk Neukölln auf dem Programm. Bereits seit Wochen mobilisieren Lokalpolitiker, Prominente, Gewerkschaften, Parteien, Antifagruppen und weitere Initiativen gegen dieses Vorhaben.
Insgesamt sechs Protestveranstaltungen sind am Samstag gegen den rechten Aufzug im Berliner Südosten angemeldet. Ein breites Bündnis mobilisiert zum Auftaktort der Neonazis, dem U-Bahnhof Rudow. Ziel sei es, »die Nazis gar nicht erst loslaufen zu lassen«, sagte eine Sprecherin des Bündnisses »Antifa-Event statt Nazi-Advent« zu jW. Mit einer Großkundgebung soll den Rechten Paroli geboten werden, eine »Müllcombo gegen rechts« will akustisch dafür sorgen, daß die Neonazis die Reden ihrer Anführer erst gar nicht verstehen. Die Neofaschisten beabsichtigen, über die Gropiusstadt nach Britz-Süd zu marschieren. Dort befindet sich auch ein Jugendclub des Verbandes »Die Falken«, der bereits seit Jahren von Rechten angefeindet wird.
Neu ist, daß die Neonazis zu diesem Aufmarsch nicht nur in Berlin, sondern auch in Ostdeutschland mobilisiert haben. Beobachter rechnen damit, daß erstmals mehr als die üblichen 150 Demonstranten kommen. Bereits am Freitag wollten Antifaschisten durch den Neuköllner Ortsteil Rudow ziehen.
Info: Großkundgebung am Samstag, 10.30 Uhr, Berlin, U-Bhf. Rudow. Weitere Infos unter mbr-berlin.de sowie antifa-dezember.de.vu/
Quelle: Junge Welt (http://www.jungewelt.de/2007/12-01/039.php)