Rechte Schläger zu Haftstrafen verurteilt

Schluß mit Bewährung: Neonazis aus Berlin-Neukölln müssen in den Knast
Von Theo Schneider

Am Montag wurden am Amtsgericht Königs Wusterhausen, nach sieben Verhandlungstagen, die rechten Gewalttäter Dennis E. und Timo L. zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß beide Täter im Juni letzten Jahres in Berlin-Schönefeld aus einer rassistischen Motivation heraus eine Gruppe von Jugendlichen attackiert, rechte Parolen gegrölt und einem Äthiopier einen Schädelbruch zugefügt hatten. L. mußte sich darüber hinaus für einen Flaschenwurf auf einen Infostand der Linkspartei.PDS im Berliner Stadtteil Rudow (Neukölln) im August 2006 verantworten. Nun müssen E. für sieben und L. für sechzehn Monate in Haft.


L. ist bereits wegen insgesamt zehn Körperverletzungsdelikten auffällig geworden. Zuletzt wurde er Ende Mai zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil er in Neukölln einen Punk zusammenschlug. Auch E. sammelte eifrig Vorstrafen, die jedoch bisher immer auf Bewährung ausgesetzt wurden. Das NPD-Mitglied aus dem Umfeld der mittlerweile verbotenen Berliner Kameradschaft »BASO« griff u.a. 2004 einen vietnamesischen Imbißbesitzer in Berlin-Köpenick an und verletzte ihn schwer.

Mit den Urteilen folgte das Gericht den Forderungen des Staatsanwalts und betonte, daß die beiden Angeklagten offensichtlich keine Lehren aus den vorherigen Verurteilungen gezogen hätten und somit eine Haftstrafe unvermeidlich sei. Ähnlich bewertet dies die Autonome Neuköllner Antifa (a.n.a.). Nach deren Angaben in einer Pressemitteilung am Dienstag »spiegelt sich die Gewalttätigkeit der Neonaziszene in Rudow nun erstmals auch in Urteilen verschiedener Gerichte wider.« In den letzten Wochen seien bereits mehrere Akteure der Rudower Neonaziszene zu Haftstrafen verurteilt worden, allesamt wegen gewalttätiger Übergriffe.

Quelle: Junge Welt (http://www.jungewelt.de/2007/07-11/006.php?sstr=)

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