Studierende stoppten Druckereiverkauf

Schon abgewählter RCDS wollte alle Maschinen verscherbeln – jetzt zieht sich der Interessent zurück
Von Theo Schneider

Nach ihrem Wahldesaster hat die rechte Studententruppe RCDS an der Technischen Universität Berlin (TU) eine weitere herbe Niederlage erlitten: Der von ihr betriebene Verkauf der hauseigenen Druckerei des »Allgemeinen Studierenden-Ausschusses« (AStA) ist vorerst am massiven Widerstand der Kommilitonen gescheitert.
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), der seit einem Jahr den AStA stellt, hatte die Druckerei von Anfang an wegen angeblicher Unwirtschaftlichkeit auflösen wollen. Nachdem die Firma »ReproBerlin« als Käufer gefunden worden war, hatten vor einer Woche etwa 40 Studenten aus dem Umfeld des »Breiten Linken Bündnis« (BreiLiBü) den Abtransport der Maschinen durch Blockaden verhindert (jW berichtete). Eine rechtliche Prüfung der Kaufverträge und noch breiterer Widerstand wurden angekündigt.
»ReproBerlin«machte daraufhin am Dienstag einen Rückzieher. Das Unternehmen erklärte, ihm sei die Sachlage an der Universität nicht bekannt gewesen, es sei »zwischen die politischen Fronten innerhalb der TU gezogen« worden.
Der rechte AStA ist weiterhin tätig, obwohl der RCDS bei den Wahlen zum Studierendenparlament Anfang des Monats abgewählt worden war. Er bleibt offiziell so lange im Amt, bis er durch die konstituierende Sitzung der neuen Vertretung abgesetzt wird. Das aber versucht der RCDS durch die Anfechtung des Wahlergebnisses hinauszuzögern.
Wie wenig die rechte Organisation demokratische Verhaltensweisen interessieren, wird daraus deutlich, daß sie die Druckerei wenige Tage vor der Abstimmung verkaufte und die Mitarbeiter mit fristlosen Kündigungen vor die Tür setzte. Auch nach der Wahlniederlage setzt der RCDS diese Politik fort: Er verscherbelt unverdrossen weiter Computer und andere Technik und bereitet den Umzug des AStA aus der »Villa« in Kellerräume im Erweiterungsbau des Hauptgebäudes vor. Aber auch hier konnte das »BreiLiBü« einen Etappensieg erringen und das Präsidialbüro der TU zumindest dazu bewegen, den Umzug zu stoppen.

Quelle: Junge Welt (http://www.jungewelt.de/2007/07-19/002.php?sstr=)

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