Der Stein von Mahlow

Kundgebung zwölf Jahre nach rassistischem Überfall auf Noël Martin
Von Theo Schneider

Das Mahnmal des Anschlages in Mahlow
Das »Mahnmal des Anschlages« in Mahlow
Foto: Theo Schneider

Am Montag abend kamen im brandenburgischen Mahlow rund 100 Menschen zusammen, um an die rassistische Attacke auf den Briten Noël Martin vor zwölf Jahren zu erinnern. Damals, in der Nacht des 16. Juni 1996, wurde der farbige Martin zusammen mit zwei Arbeitskollegen am Bahnhof von Neonazis beschimpft. Als er und seine Begleiter mit dem Auto davonfuhren, nahmen die Rechten die Verfolgung auf und versuchten, das Fahrzeug von der Fahrbahn zu drängen. Schließlich warfen sie einen Stein in die hintere Seitenscheibe, woraufhin Martin die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Der Wagen überschlug sich mehrmals und prallte gegen einen Baum. Martin wurde lebensgefährlich verletzt und ist seitdem vom Kopf abwärts querschnittsgelähmt.
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Berliner NPD setzt auf Militante

Landesverband bekräftigte auf Parteitag Kooperation mit »Autonomen Nationalisten«. Zwei wurden letzte Woche wegen Mordversuchs inhaftiert
Von Theo Schneider

Heimlich führte die Berliner NPD am vergangenen Sonnabend ihren Landesparteitag auf dem Hof ihrer Bundeszentrale im Stadtteil Köpenick durch. Ursprünglich hatte die neofaschistische Partei geplant, das Treffen im Rathaus Tempelhof stattfinden zu lassen. Doch das zuständige Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg konnte vor Gericht ein Verbot durchsetzen. Die NPD hatte die Veranstaltung als »öffentlich« angekündigt. Das Bezirksamt argumentierte in seinem Verbotsantrag, daß es von der Neonazipartei über den Zweck getäuscht worden sei, weil der Landesparteitag eben nicht öffentlich sei.
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