Kein Heß-Gedenken in Wunsiedel

Neonazi-Aufmarsch inklusive Ersatzveranstaltungen blieben verboten
Von Theo Schneider/Lothar Bassermann

Alt- und Neonazis sind am Wochenende auf ganzer Linie damit gescheitert, dem Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß öffentlichkeitswirksam zu huldigen. Im vierten Jahr in Folge war es ihnen nicht möglich, im oberfränkischen Wunsiedel zum Grab des NS-Kriegsverbrechers zu marschieren. Heß beging am 17. August 1987 in einem alliierten Militärgefängnis in Berlin-Spandau Selbstmord. In der rechten Szene hält sich seit seinem Tod die Legende, ihr Märtyrer sei »ermordet« worden. Das Bundesverfassungsgericht hatte das geschichtsrevisionistische Spektakel am Mittwoch in letzter Instanz verboten (jW berichtete). Statt dessen versammelten sich am Samstag 400 Antifaschisten beim »Tag der Demokratie«, um in Wunsiedel gegen Neofaschismus zu protestieren.

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