Event der polnischen Szene

16.11.2011 – Ausschreitungen und Festnahmen bei nationalistischem Aufmarsch in Warschau.

polnischen Nationalfeiertag am vergangenen Freitag versammelten sich mehrere tausend Menschen in der Innenstadt von Warschau zu dem „Marsch für Unabhängigkeit“. Unter den Marschierern befanden sich neben rechtskonservativen und religiösen Gruppierungen mehrheitlich Neonazis und Hooligans. Diese prägten mit Bannern der rechtsextremen ONR (Obóz Narodowo-Radykalny – Nationalradikales Lager) und weißen Sturmhauben die Versammlung. Für die rechte Szene Polens ist der Marsch ein wichtiges Event, stellt dieser doch eine Möglichkeit dar, sich spektrenübergreifend selbst zu inszenieren und bei weniger radikalen Gruppierungen Anknüpfungspunkte zu finden.

Auch mehrere tausend Gegendemonstranten in Warschau waren dem Aufruf eines breiten antifaschistischen Bündnisses gefolgt, sich den rechten Marschierern entgegenzustellen. Ihnen gelang es, die Route des „Marschs für Unabhängigkeit“ zu besetzen und ihn zu von Beginn an zu blockieren. Deutsche Nazigegner hatten sich ebenfalls auf den Weg in die polnische Hauptstadt gemacht. Allerdings kamen sie erst nach vier Buskontrollen in Warschau an und wurden dann noch vor ihrer Teilnahme an den Blockaden von der Polizei unter wechselnden Begründungen festgenommen.

Den insgesamt 113 Deutschen wurde nach ihrer Vorführung vor dem Haftrichter am Sonntag dann Landfriedensbruch beziehungsweise Rowdytum vorgeworfen, sie alle kamen anschließend jedoch frei. In einem Interview mit dem Blog „Kombinat Fortschritt“ berichten Betroffene von Misshandlungen und entwürdigenden Behandlungen vonseiten der Polizei. Bereits im Vorfeld machten rechte Medien in Polen Stimmung gegen anreisende deutsche Nazigegner, die angeblich als „Gewalttäter“ lediglich nach Warschau kämen, um zu randalieren.

Dies taten jedoch die extrem Rechten bei dem „Marsch für Unabhängigkeit“. Da sich die Polizei nicht in der Lage sah, die antifaschistische Blockade zu räumen, wollten die rechten Teilnehmer die Blockade angreifen, was durch die Polizei verhindert wurde. Stattdessen kam es zu massiven Ausschreitungen zwischen der Polizei und den Rechtsextremisten, die diese mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern attackierten. Nur mithilfe von Wasserwerfern und Tränengas konnte die Polizei die Lage beruhigen und mehrere Randalierer festnehmen.

Quelle: Blick nach rechts (http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/hatz-auf-politische-gegner)

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