Die verratene Razzia

Polizei tobt, Rocker feiern
Von R. GORNY und P. DEBIONNE

BERLIN – Es sollte eine Überraschungs-Razzia werden, doch alle wussten Bescheid. Dennoch durchsuchte die Polizei am Mittwochmorgen Wohnungen, Kneipen und Vereinshäuser der Hells Angels, machte eine Unterabteilung der Höllengel per richterlichen Beschluss dicht. Doch den Rockern ist das egal.

Ohne Kutten, dafür mit ausgestrecktem Mittelfinger: Mitglieder der Hells Angels während der Razzia. Foto: Theo Schneider
Ohne Kutten, dafür mit ausgestrecktem Mittelfinger: Mitglieder der Hells Angels während der Razzia. Foto: Theo Schneider

Monatelang hatten die Ermittler des Landeskriminalamtes die Razzia und die Verbotsverfügung gegen die „Hells Angels MC City“ vorbereitet. Doch irgendjemand innerhalb der Polizei warnte die schweren Jungs vor dem bestehenden Großeinsatz (KURIER berichtete). Zwar konnten bei der Razzia noch einige Motorräder, Vereinskutten, Büromöbel sowie diverse Unterlagen beschlagnahmt werden. Doch die wirklich interessanten und wertvollen Dinge, auf die es die Ermittler abgesehen hatten, waren von den Höllenengeln längst beiseitegeschafft worden. Dementsprechend gelangweilt standen die Rocker am Rande der Razzia und leisteten keinen nennenswerten Widerstand.

Ein Ermittler untersucht eines der bei der Razzia beschlagnahmten Motorräder. Foto: Theo Schneider
Ein Ermittler untersucht eines der bei der Razzia beschlagnahmten Motorräder. Foto: Theo Schneider

Stocksauer dagegen ist Berlins Innensenator Frank Henkel. „Ich bin entsetzt über Hinweise, wonach der Einsatz im Vorfeld bei den Betroffenen bekannt gewesen sein soll.“ Er habe „die Polizeipräsidentin aufgefordert, die Umstände zu prüfen und Konsequenzen zu ziehen“. Auch Bodo Pfalzgraf, Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, wettert: „Diese schwarzen Schafe werden wir finden. So jemand gehört nicht in die Polizei!“

Die Hells Angels (von denen eigens ein hochrangiges Mitglied aus den USA angereist war) gründeten – von den Ereignissen gänzlich unbeeindruckt – einen neuen Clubableger für den gesamten Osten Deutschlands, den „Hells Angels MC East Distrcit“. Zu Deutsch: Hells Angels MC Bezirk Ost.

Quelle: Berliner Kurier (http://www.berliner-kurier.de/polizei-prozesse/polizei-rocker-verratene-razzia-berlin-hells-angels-bandidos,7169126,16144874.html)

Hells Angels forbudt i Berlin

Nu er politiet i gang med at beslaglægge klubhuset
11:23, 30. maj 2012 | Ritzau /112

De tyske myndigheder har lukket Hells Angels klubhus i Berlin. Foto: Theo Schneider / Demotix
De tyske myndigheder har lukket Hells Angels klubhus i Berlin. Foto: Theo Schneider / Demotix

Politiet i den tyske hovedstad, Berlin, er i gang med at gennemsøge og beslaglægge inventar, og hvad der ellers er i rockerbanden Hells Angels Berlin Citys klubhus.

En domstol i Berlin afgjorde i sidste uge, at Hells Angels er forbudt i hovedstaden, og nu er ordensmagten så i gang med den mere praktiske del af arbejdet.

Egentlig var det meningen, at politiet skulle rykke ind i klubhuset onsdag morgen, men denne aktion blev fremrykket til tirsdag aften, fordi der var mistanke om, at tidspunktet for aktionen var røbet til den nu forbudte rockerbande.

50 betjente involveret
- Ved middagstid skal vi have beslaglagt inventaret i klubhuset. Det gælder også en række motorcykler, siger en talsmand for politiet.

Omkring 50 betjente er involveret i aktionen.

Samtidig er politiet i gang med at undersøge, om og i givet fald hvordan oplysninger om den planlagte aktion mod klubhuset er lækket.

Der har i øvrigt været aktioner mod rockere adskillige steder i Nordtyskland. Omkring 1200 betjente har gennemsøgt bordeller, værtshuse og lejligheder med tilknytning til rockere i Kiel, Hannover og Hamburg.

Quelle: Ekstra Bladet (http://ekstrabladet.dk/112/article1767893.ece)

Book Attacking Euro Riles German Politicians

Provocative Former Central Banker Sarrazin Takes Aim at Country’s Backing of Currency, Sparking Strong Reactions

By MARCUS WALKER

BERLIN—A former Bundesbank director has caused a furor in Germany with a book attacking the euro and the country’s political consensus in favor of the currency.

„Europe Doesn‘t Need the Euro“ is the title of the new book by Thilo Sarrazin, a veteran German finance official turned political provocateur and best-selling author, that went on sale Tuesday.

His tome had German politicians apoplectic even before its publication. Finance Minister Wolfgang Schäuble called it „hair-raising nonsense,“ while leading opposition politician Peer Steinbrück dismissed Mr. Sarrazin’s arguments as „bull—“ in a televised debate Monday night.

Demonstrators on Tuesday hold an antiracism banner outside the Berlin hotel of Thilo Sarrazin, who in an earlier book claimed Muslim immigrants are dragging down Germany's average intelligence. Photo: Theo Schneider / Corbis
Demonstrators on Tuesday hold an antiracism banner outside the Berlin hotel of Thilo Sarrazin, who in an earlier book claimed Muslim immigrants are dragging down Germany’s average intelligence. Photo: Theo Schneider / Corbis

The angry reactions partly reflect the German political elite’s antipathy to the author, who sparked an outcry among politicians and academics when he claimed in an earlier book that Muslim immigrants are dragging down Germany’s average intelligence. (more…)

Protest gegen Rehabilitierung von Nazikriegsverbrechern

Bild: Theo Schneider
Bild: Theo Schneider

Berlin. Am vergangenen Freitag haben Antifaschisten unter dem Motto »Keine Rehabilitierung von Kollaborateuren und Kriegsverbrechern – weltweit! Nein zur Rehabilitierung von Dragoljub Mihailovic« vor der Serbischen Botschaft im Berliner Grunewald demonstriert. Sie solidarisierten sich mit den parallel stattfindenden Protesten vor dem Obersten Gerichtshof in Belgrad. Die richteten sich gegen den laufenden Prozeß, der eine vollständige Rehabilitierung des 1946 zum Tode verurteilten Mihailovics erwirken soll. Dieser war während des Zweiten Weltkrieges Anführer der nationalistischen und royalistischen Cetniks, die verantwortlich für Massaker gegen Zivilisten und Partisanen sind und offen mit den deutschen Besatzern kollaborierten. Das Verfahren wurde von Angehörigen Mihailovics und Cetnik-Veteranenverbände angestrengt.

Der Protest in Berlin wurde von dem Solidaritätsnetzwerk für Antifaschisten in Ex-Jugoslawien organisiert.
(jW)

www.solidarnost.tk

Quelle: Junge Welt (http://www.jungewelt.de/2012/05-16/004.php)

Tschechische Neonazis provozieren mit deutschen NPD-Kadern

1. Mai in Prag - Foto: Theo Schneider
Foto: Theo Schneider

In Tschechien ist es am Dienstag abend zu Zusammenstößen zwischen Antifaschisten und Neonazis gekommen. Rund 60 Anhänger der ultrarechten »Arbeiterpartei für soziale Gerechtigkeit« (DSSS) hatten sich im Zentrum Prags zu einer Kundgebung versammelt. Als Redner waren auch Vertreter der deutschen NPD eingeladen worden. Gegen diese Provokation richtete sich eine Demonstration von rund 700 Antifaschisten vor allem aus dem anarchistischen Spektrum. Als deren Zug am Treffpunkt der Neonazis vorbeikam, warfen die Rechtsextremen Steine und Flaschen auf die Linken. Als sie dann auch noch versuchten, die Polizeiketten zu durchbrechen und Jagd auf die Antifaschisten zu machen, gingen die Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken gegen die Rechten vor. Die linken Demonstranten zogen anschließend zum Prager Rathaus weiter, wo sie in Sprechchören forderten, »Gebt uns zurück, was ihr uns gestohlen habt!« (jW)

Quelle: Junge Welt (http://www.jungewelt.de/2012/05-03/018.php)