Der Nazi-Deal: Bewährung für die Hass-Musiker

Von MARCUS BÖTTCHER und THEO SCHNEIDER

Uwe D. (vorn) und sein Sohn Gordon (im Hintergrund) im Landgericht.
Uwe D. (vorn) und sein Sohn Gordon (im Hintergrund) im Landgericht.

BERLIN – Per Deal zur Bewährung. Zwei Berliner Neonazis kamen nach einer „geständigen Einlassung“ glimpflich davon. Uwe D. und sein Sohn Gordon wurden wegen der Verbreitung von rechtsextremer Musik verurteilt. (more…)

Milde Strafen für „geständige Einlassung“

30.07.2012 – Gordon Bodo D., der als Liedermacher „Midgards Stimme“ auftritt, und sein Vater Uwe D., ehemaliger Chef von „Frontbann 24“, wurden heute in Berlin verurteilt. (bnr.de berichtete)
VON THEO SCHNEIDER

Das Strafmaß überrascht wenig: Jeweils Bewährungsstrafen über ein Jahr und sechs Monate für Uwe D., ehemaliger Vorsitzender des verbotenen Gruppierung „Frontbann 24“, sowie ein Jahr und zwei Monate für seinen Sohn Gordon Bodo D., in der rechten Szene als Liedermacher „Midgards Stimme“ bekannt. Das Urteil ist das Resulat eines Deals zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung vom ersten Verhandlungstag, der gelten solle, wenn sich die beiden Angeklagten „geständig einlassen“. So ließen Vater und Sohn D. über ihre Anwälte Statements verlesen, die die Vorwürfe zwar einräumten, von Reue oder Einsicht jedoch keine Spur. Ganz im Gegenteil, Uwe D. erschien sogar in einem T-Shirt mit großen Aufdruck „Midgards Stimme“. (more…)

„Midgards Stimme“ vor Gericht

26.07.2012 – Prozess in Berlin gegen rechtsextremen Liedermacher und seinen Vater.

Vater und Sohn in Berlin vor Gericht. Foto: Theo Schneider / Demotix
Vater und Sohn in Berlin vor Gericht.
Foto: Theo Schneider / Demotix

Seit heute Vormittag begann vor der Staatsschutzkammer des Berliner Landgerichts die Hauptverhandlung gegen Uwe D. und dessen Sohn Gordon Bodo D. Letzterem wird als Liedermacher „Midgards Stimme“ Volksverhetzung, Verbreiten und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz vorgeworfen. Unterstützt worden sein soll er dabei von seinem Vater, dem ehemaligen Chef der verbotenen Gruppierung „Frontbann 24“.

Gordon D., der bis 2003 der Brandenburger Neonazi-Band „Sigil“ angehörte, produzierte laut Anklage als Sänger zusammen mit seinem Vater Uwe seit 2006 diverse CDs unter dem Namen „Midgards Stimme“, wobei sie „Texte, Musik und Cover in Eigenregie entwickeln und im ‚Wohnzimmerstudio’ aufnehmen“ würden, heißt es. (more…)

Schöneweide wehrt sich gegen den braunen Spuk

Polizei ermittelt gegen NPD-Chef
Von MARCUS BÖTTCHER und HOLGER SCHACHT

Linke und Autonome halten bei ihrem Protestmarsch durch Schöneweide ihre Parolen hoch. Foto: Theo Schneider
Linke und Autonome halten bei ihrem Protestmarsch durch Schöneweide ihre Parolen hoch. Foto: Theo Schneider

SCHÖNEWEIDE – Er gilt als Berlins schlimmster Nazi und hat diesen Ruf erneut bestätigt. Gegen Sebastian Schmidtke (27) laufen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung. Der NPD-Landeschef sprühte im Streit Karl-Heinz B. (54) Pfefferspray ins Gesicht.

Vorher hatte der völlig betrunkene Karl-Heinz B. mit einem Messer gedroht.

Ein Kiez im Bann des braunen Spuks! Passiert ist dieser Vorfall am Sonnabend um 19.05 Uhr in der Brückenstraße. Er zeigt, wie sehr dort die Nerven blank liegen. Kurz zuvor waren 150 Linke (mit teils vermummten schwarzem Block) durch die Straße gezogen, hatten gegen den Nazi-Treffpunkt „Zum Henker“ und gegen Schmidtkes Militaria-Laden „Hexogen“ protestiert. 150 Polizisten sorgten dafür, dass es keine Ausschreitungen gab, obwohl es oft brenzlig wurde. (more…)

Keine Koexistenz mit Neonazis

In Schöneweide demonstrierten 350 Antifas / NPD-Landesvorsitzender setzt Pfefferspray ein
Von Paul Liszt

Demonstration gegen Nazis in Schöneweide. Foto: Theo Schneider
Demonstration gegen Nazis in Schöneweide. Foto: Theo Schneider

Über den Köpfen des ersten Teils des Demonstrationszuges von etwa 350 Menschen spannt sich ein großes Stoffbanner, als dieser die Brückenstraße erreicht. Auf ihm prangt das Motto der Demonstration am Samstag in Schöneweide: »Turn Left – Smash Right« (Wendet Euch nach Links, zerschlagt Rechts). Angemeldet wurde die Demonstration von der Berliner VVN-BdA. Dessen Landesvorsitzender Hans Coppi betonte vor dem Hintergrund der NSU-Mordserie, es könne »keine Koexistenz mit Nazis« geben. In Schöneweide hat sich in den letzen Jahren rund um die Brückenstraße ein Netzwerk neonazistischer Infrastruktur herausgebildet, das auch immer wieder ein Ausgangspunkt für gewalttätige Angriffe ist. (more…)