Erfolgreiche Blockade von rechtem Aufmarsch in Berlin-Hellersdorf

Hunderte Nazigegner blockierten erfolgreich einen rechten Aufmarsch in Berlin-Hellersdorf © Theo Schneider
Hunderte Nazigegner blockierten erfolgreich einen rechten Aufmarsch in Berlin-Hellersdorf © Theo Schneider

Rund 140 Teilnehmer, mehrheitlich organisierte Neonazis aus Berlin und Brandenburg, versammelten sich am vergangenen Samstag zu einem Aufmarsch gegen die vor wenigen Monaten im Berliner Ortsteil Hellersdorf eröffnete Unterkunft für Asylsuchende. Weit kamen die Rechtsextremen jedoch nicht, da mehrere hundert Gegendemonstranten nach wenigen hundert Metern erfolgreich die Wegstrecke blockierten.

Kurz nach 12.00 Uhr begann der rechte Aufmarsch am U-Bhf. Neue Grottkauer Straße. Die von den Neonazis erhoffte Bürgerbeteiligung blieb allerdings aus und so blieben die Rechtsextremen weitestgehend unter sich. Trotz monatelanger Mimikrystrategie der Rechten durch eine angebliche „Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf“, mit der rassistische Hetze gegen Asylsuchende im Bezirk als vermeintliche Bürgermeinung verschleiert werden soll, ließ auch der Aufmarsch gestern keine Zweifel daran, dass es sich bei der „Bürgerini“ um ein rechtsextremes Tarnprojekt handelt. Unter den Anwesenden waren fast ausschließlich bekannte Rechtsextreme. So der NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke, die beiden die Vorsitzenden der Splitterpartei „Die Rechte“ Uwe Dreisch (LV Berlin) und Klaus Mann (LV Brandenburg) sowie diverse Neonazis aus der Kameradschaftsszene. (more…)

Rechter Aufmarsch am Samstag in Berlin-Hellersdorf geplant

60 Teilnehmer eines Putzspaziergangs entfernten rassistische Propaganda in Berlin-Hellersdorf © Florian Boillot
60 Teilnehmer eines Putzspaziergangs entfernten rassistische Propaganda in Berlin-Hellersdorf © Florian Boillot

In Berlin-Hellersdorf planen rechte Gruppen erneut gegen eine Unterkunft für Asylsuchende aufzumarschieren. Gegenkundgebungen und Blockaden sind geplant.

Es ist derzeit das zentrale Thema in der rechtsextremem Szene: Proteste gegen Unterkünfte für Asylsuchende. Neu ist der stumpfe Hass auf alles Nichtdeutsche bei Neonazis nicht, aber ihre aktuelle Strategie, als vermeintliche „Bürgerinitiativen“ getarnt, rassistische Positionen den Anwohnern näher zu bringen und vorhandene Ressentiments zu befeuern, scheint mancherorts aufzugehen. Nicht nur im bundesweit viel beachteten Berlin-Hellersdorf hetzt eine selbsternannte „Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf“ seit Monaten auf Facebook, auch für Brandenburg und Sachsen wurden mittlerweile ähnliche Seiten erstellt, die unter der Losung „Nein zum Heim“ gegen geplante Einrichtungen in Pätz oder Gransee bzw. als „Greizer Bürgerinitiative gegen ein Asylheim“ agitieren.
Zuletzt gelang es der NPD im sächsischen Schneeberge rund 800 Menschen, Neonazis und Anwohner, zu einem Fackelmarsch gegen Asylsuchende zu mobilisieren. Angemeldet war der Aufzug vom örtlichen NPD-Kreisvorsitzenden Stefan Hartung, beworben wurde der Aufmarsch als „Lichtellauf“ durch eine Facebook-Gruppe „Schneeberge wehrt sich!“

Ähnliches wird nun auch in Brandenburg und Berlin versucht. Für heute Abend ist ein Fackelmarsch in Bestensee gegen die geplante Unterkunft in Pätz angemeldet. Erst vor wenigen Tagen protestierten NPD und JN vor einer Informationsveranstaltung der Gemeinde zur geplanten Asylsuchendenunterkunft. Gegen den rechten Aufmarsch findet ab 18.30 Uhr eine Kundgebung der örtlichen demokratischen Parteien gegenüber dem Bahnhofsvorplatz statt. (more…)

„Wir wurden mit Applaus empfangen“

Quelle: taz print vom 07.10.2013 (Text auf taz.de)

Solidarität: Menschenkette in Berlin-Hellersdorf

Bild: Theo Schneider
Bild: Theo Schneider

Berlin. Am Samstag versammelten sich rund 250 Menschen in Berlin-Hellersdorf zu einer Menschenkette gegen Rassismus und zur Unterstützung der Flüchtlinge, die in einer ehemaligen Schule in diesem Stadtteil untergebracht sind. Mit der Aktion des Bündnisses »Hellersdorf hilft« sollte nicht nur ein Zeichen gegen die rechte Hetze der vergangenen Wochen gesetzt, sondern es sollten auch die zahlreich gesammelten Sachspenden an die Geflüchteten übergeben werden. So wurden in der rund ein Kilometer langen Menschenkette 220 Kartons mit Spielzeug und Kleidung sowie Kinderwagen und Roller von Person zu Person weitergereicht und schließlich den Bewohnern der Unterkunft ausgehändigt. »Wir wollten der einzigartigen Solidarität und Hilfe der letzten Wochen ein Bild geben«, kommentierte ein Sprecher der Initiative die Aktion. Seitdem die Unterkunft in Hellersdorf geplant wird, kam es immer wieder zu Aufmärschen von rechtsextremen Gruppen wie der NPD oder einer vermeintlichen »Bürgerinitiative«, die sich mit ihren rassistischen Parolen Gehör verschaffen wollten.

Quelle: Junge Welt (http://www.jungewelt.de/2013/10-07/036.php)