Rechte Provokation am Brandenburger Tor

14.02.2014 – Knapp 50 Neonazis aus Berlin und Brandenburg hielten am Donnerstagabend eine „Mahnwache“ anlässlich der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg direkt am Vorplatz des Brandenburger Tors ab.

Braune „Mahnwache“ am Brandenburger Tor am Jahrestag der Bombardierung Dresdens; Photo: Theo Schneider
Braune „Mahnwache“ am Brandenburger Tor am
Jahrestag der Bombardierung Dresdens; Photo: Theo
Schneider

Unter lauten Protestrufen von rund 200 Gegendemonstranten, abgeschirmt durch ein Großaufgebot der Polizei und bei strömendem Regen wirkte das Häuflein der etwa 50 schwarz gekleideten Rechten mit ihren teilnahmslosen Gesichtern besonders kümmerlich. Dennoch feiern sie im Internet die Aktion als Erfolg aufgrund der hohen Symbolkraft des Ortes, an dem „das deutsche Berlin gegen das Vergessen“ angetreten sei, wie es die Berliner Jungen Nationaldemokraten formulieren. Nach nur einer halben Stunde war der braune Spuk jedoch vorbei. Kurz vor Schluss trat der Anmelder der „Mahnwache“, der Berliner Landeschef der Worch-Partei „Die Rechte“ Uwe Dreisch vor die Gruppe, um eine Gedenkminute anzukündigen und danach die Veranstaltung auch schon zu beenden.

Die Kundgebung am Brandenburger Tor belegt jedoch ein weiteres Mal das funktionale Verhältnis der Berliner Neonazi-Szene mit ihren unterschiedlichen Organisationen, die letzten Endes doch zusammen auftreten. Von einem Konkurrenzverhältnis zwischen den Neonazi-Parteien kann offenkundig in Berlin nicht gesprochen werden: Angemeldet war die Kundgebung zwar von „Die Rechte“, hinderte aber NPD-Funktionäre wie Sebastian Thom aus Berlin-Neukölln oder Frank Maar von der Brandenburger NPD-Oderland nicht an ihrer Teilnahme. Weitere Anwesende waren Aktivisten des „NW-Berlin“ und Brandenburger Neonazis aus Barnim, Königs Wusterhausen und Potsdam. Auch die rechten Musiker Patrick K., bekannt als rechter Rapper „Villain051“ und der Potsdamer Patrick D., Sänger der Rechtsrock-Band „Preußenstolz“ beteiligten sich an der Aktion. Da die personell überschaubare Berliner Szene schon seit Jahren aus einer Rolle der Schwäche agiert, rückten die unterschiedlichen Spektren schon vor einiger Zeit enger zusammen und agierten gemeinsam. Die Gründung des Berliner Verbandes von „Die Rechte“ im vergangenen Herbst ändert an diesem Zustand offenkundig nichts.

Quelle: Blick nach Rechts (http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/rechte-provokation-am-brandenburger-tor)

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