Jetzt streiten sie um die Betten

Flüchtlingscamp Oranienplatz
Von MARCUS BÖTTCHER

In dieses Ex-Hostel sollen die Flüchtlinge ziehen.<br />
 Foto: Theo Schneider
In dieses Ex-Hostel sollen die Flüchtlinge ziehen.
Foto: Theo Schneider

FRIEDRICHSHAIN – Das ehemalige Hostel „Georghof“ in der Friedrichshainer Gürtelstraße ist bezugsfertig. 102 Flüchtlinge könnten sofort einziehen.

Wer aber darf? Darum tobt nun ein heftiger Streit. Bashir Z. wird immer lauter. Der Nigerianer schleppt einen Aktenordner, in dem er eine Liste der Campbewohner vom Oranienplatz mit sich herumschleppt.

Diese sollen sich hier eintragen und dem Umzug zustimmen. Aber eben nur die, die von Anfang an dabei waren.

Nach dem brutalen Überfall auf O. und seine Freundin beschwert sich der Neo-Nazi über die Attacke und kündigt  gleichzeitig  blutige Rache an.
Um in dieses Ex-Hostel zu ziehen, müssen
sich die Flüchtlinge in eine Liste eintragen.
Foto: Theo Schneider

Immer wieder schummeln sich später ins Camp gezogene Afrikaner dazwischen, und der Koloss Bashir erhebt seine Stimme. „Verschwinde“, brüllt er, „dich kenne ich nicht. Ins Hostel sollen nur die ziehen, die von Beginn an mitgekämpft haben.“

Bis es soweit ist, gilt es einige Hürden zu überwinden. Die Flüchtlinge vom Oranienplatz dürfen erst in die neue Unterkunft, wenn dem Landesamt für Gesundheit und Soziales die Liste mit den Namen vorliegt.

„Sonst haben wir das Problem, dass dort Flüchtlinge einziehen, die da nicht registriert sind und der Oranienplatz bleibt trotzdem voll“, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Diese Liste wurde von Osmane Bashir überprüft, soll aus der Verwaltung von Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) ins LaGeSo übermittelt werden.

Quelle: Berliner Kurier (http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/fluechtlingscamp-oranienplatz-jetzt-streiten-sie-um-die-betten,7169128,26732024.html)

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