Skurriler Verschwörungstheoretiker

31.07.2014 – Der bekannte Reichsbürgeraktivist Axel Stoll ist tot. Mit seinen kruden Thesen wurde er vor allem im Internet populär.

Die versiegelte Wohnung des Verstorbenen in Berlin-Lichtenberg; Photo: ths
Die versiegelte Wohnung des Verstorbenen in
Berlin-Lichtenberg; Photo: ths

Am Mittwoch verkündete der Berliner „Reichsbürger“ Mario Heinz Romanowski in einem Internetvideo, dass der bekannte Verschwörungstheoretiker Axel Stoll gestorben sein soll. Bei einem Besuch am Vortag in dessen Lichtenberger Wohnung sei die Tür polizeilich versiegelt gewesen, berichtet der Weggefährte Stolls. Ein Polizist hätte ihn auf Nachfragen telefonisch über das Ableben informiert.

Tatsächlich war der 65-Jährige nach Polizeiangaben bereits am Montagvormittag in der Albert-Hößler-Straße in Berlin-Lichtenberg tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Zur Todesursache werde bislang noch ermittelt, allerdings gebe es derzeit keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Es heißt, Stoll litt an gesundheitlichen Problemen.

Der promovierte Geologe und Antisemit Stoll war zusammen mit Peter Schmidt Mitbegründer des so genannten „Neuschwabenland-Forums“ (NSL-Forum), einem Hinterzimmertreffen von mehreren rechtsextremen und esoterisch angehauchten Verschwörungstheoretikern, die sich zu Themen wie „Reichsflugscheiben“ und andere Nazi-Geheimwaffen, über die angeblich hohle Erde, das Fortbestehen des Deutschen Reiches oder außerirdischen Mächten gegenseitig Vorträge hielten. Romanowski filmte die Zusammentreffen in wechselnden Berliner Kneipen und stellte die Beiträge auf die Videoplattform YouTube. Über seinen Sinus-Tangentus-Verlag vertrieb Stoll seine kruden Thesen zudem auch in Buch und Broschürenform.

Stoll war zwar kein Vordenker in der Reichsbürgerszene wie einst Horst Mahler, dazu waren seine Theorien zu wirr und abgedreht, allerdings gerade deswegen und durch seine kauzige Vortragsweise besonders im Internet populär. Im Internet finden sich diverse Zusammenschnitte und Bildmontagen mit Zitaten aus Stolls Vorträgen, die sich über den überzeugten Neonazi lustig machen. Durch sein skurriles Auftreten schaffte er es auch in Filme wie „Die Mondverschwörung” oder „Die Arier”. Jenseits seiner kleinen Schar von Anhängern und als Internetbelustigung erlangte Stoll jedoch kaum Relevanz.

Quelle: Blick nach Rechts (http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/skurriler-verschwoerungstheoretiker)

The Kosovo conundrum

The world has seen far more handshakes and meetings between Pristina and Belgrade than in the first years after the conflict. Is all this to be put at risk by Clint Williamson’s part-endorsement of the Marty report?
Denis MacShane

Kosovo\'s PM Thaci in dialogue with Serbia: \"A lot remains to be done\". Theo Schneider/Demotix. All rights reserved.
Kosovo’s PM Thaci in dialogue with Serbia: „A lot remains to be done“. Theo Schneider/Demotix. All rights reserved.

There is a puzzle over the report published by Clint Williamson, the US diplomat appointed in 2011 to investigate the allegations made by a Swiss politician, Dick Marty, in a Council of Europe report on crimes committed by elements of the Kosovan Liberation Army in the 1998-99 independence war.

There is no disputing that atrocious acts of violence took place. Visit Muslim Albanian cemeteries in Kosovo and you will see gravestones with scores of different dates but the date of death is always identical. It is the day the Milosevic militia came to terrorise the Albanian population. For years Kosovo had tried to win its acceptance like Croatia, or Slovenia, or Macedonia as a small nation born out of the dissolution of the Yugoslav federal republic. (more…)

Schlagstöcke und Pfefferspray

25.07.2014 – Trotz juristischer Konsequenzen: Rechtsextremisten agieren in Berlin-Schöneweide weiterhin gewalttätig.

Dauergast vor Gericht, der Berliner NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke; Photo: Th.S.
Dauergast vor Gericht, der Berliner NPD-Landeschef
Sebastian Schmidtke; Photo: Th.S.

Mit dem Wegbrechen mehrerer wichtiger Strukturen wie der Szenekneipe „Zum Henker“ oder dem Militaria-Laden „Hexogen“ ist die rechte Szene in Berlin-Schöneweide nachhaltig geschwächt. Ob die daraus resultierende, zurückgehende Präsenz von organisierten und subkulturellen Neonazis auch zu einem Rückgang der Gewalt führen wird, bleibt abzuwarten. In den letzten Wochen kam es zwar wieder zu Übergriffen, aber auch zu juristischen Konsequenzen für die Täter solcher Aktionen.

Über den Prozessauftakt gegen zwei rechte Schläger titelte eine Berliner Tageszeitung: „Nur wenn er säuft, ist er Nazi“. Gemeint ist der 21-jährige Christian M., der sich gleich wegen mehrerer gewalttätiger Delikte vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten musste und seine Taten mit übermäßigem Alkoholgenuss zu relativieren versuchte. Zusammen mit dem ebenfalls angeklagten David B. (24) hatte er am 8. Mai vergangenen Jahres in einer Tram in Berlin-Lichtenberg lautstark Musik gehört und „Sieg Heil“ gebrüllt. Als sich ein Fahrgast daran störte, wurde er von dem Duo mit Pfefferspray und einer Glasflasche attackiert. Ein weiterer Fahrgast griff ein und schaffte es, die beiden Randalierer bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. (more…)

Alpha-Adolf von Nazi-Kameraden vermöbelt

Angriff auf Rechtsextremen

Marco O. und seine Freundin (links) bei einem Nazi-Aufmarsch in Berlin.<br />
 Foto: Theo Schneider
Marco O. und seine Freundin (links) bei einem Nazi-Aufmarsch in Berlin.
Foto: Theo Schneider

BERLIN – Die rechte Szene in der Hauptstadt zerfleischt sich selbst. Jetzt haben fünf braune Brüder Marco O., einen führenden Kopf im Neo-Nazi-Milieu, und dessen Freundin zusammengeschlagen. Der Grund: Er soll mit der Polizei zusammengearbeitet haben.

„Da stehen sie mit fünf Mann über mir und meiner Frau mit Keulen“, schimpft der 33-Jährige O., der wegen Gewaltdelikten mehrfach vorbestraft ist. Dass der Angriff vom vergangenen Wochenende keine Attacke linker Antifas ist, schreibt Marco O. selbst auf seiner Facebook-Seite. „Ihr seid feiger als die Bullen und die Zecken zusammen!“ (more…)